Mainardi Salvatore

"Es ist nicht eine Maske, sondern ein Kopf."

Salvatore Mainardi "der Mann"

Geboren am 17. Mai 1954 in Angri, in der Provinz von Salerno. Sohn einer barmherzigen Mutter und eines unaufhörlich arbeitenden Vaters.

Ein Vater, der sich sehnlichst wünschte, dass seine Söhne einen akademischen Weg einschlagen würden, um eine bessere gesellschaftliche Stellung, als die seinige einnehmen zu können. Von dieser Warte aus musste man Vater Luigi verstehen.


Während der ältere Sohn Giuseppe sich fulminant zum Buchhalter ausbildete, hatte Salvatore überhaupt kein Flair für Zahlen. Stattdessen versuchte er sich mit Farben zu verwirklichen und wollte alles kreieren, was ihm Kopf und Hände zuliessen, obschon sein Tun überhaupt keinen praktischen Nutzen hatte!

Die Mutter Angela war bestürzt, als sie erfahren musste, dass sich ihr Jüngster am Kunstgymnasium in Salerno eingeschrieben hatte. Die Bestürztheit manifestierte sich nicht darin, dass der jüngere Sohn einen künstlerischen Weg einschlagen würde, sondern dass er in die weit entfernte Grossstadt Salerno reisen musste. Dies beinhaltete aus ihrer Sicht für ihren noch minderjährigen Sohn, nebst einem anderthalbstündigen Schulweg, lauter Gefahren und Ungewissheiten.


Die väterliche Enttäuschung sowie die mütterliche Sorge wurden an dem Tag ein wenig gelindert, als Salvatore als 16-jähriger Kunstgymnasiumschüler, zusammen mit ein paar Klassenkameraden, in der Galerie "Centrostorico" mit grossem Erfolg ausstellen konnte. Ein völlig unerwarteter Verkauf zweier Werke erlaubte Salvatore, seinem Vater die paar wenigen Lire, die er seinem Sohn widerwillig für die Einrahmung der Bilder entrichtet hatte, ausgiebig zurückzuzahlen.


Die vorübergehende und begrenzte Freude der Eltern wurde definitiv begraben, als Salvatore ihnen klar und deutlich zu verstehen gab, dass sein Lebensumfeld, in welchem er aufwuchs, ihm niemals erlaubt hätte, diese, vor allem vom Vater angestrebte, soziale Stellung zu erlangen. Vor allem drehte sich alles in einer Welt, mit derer Mentalität sich Salvatore nie und nimmer hätte identifizieren können. Nach ein paar Studienjahren und ohne nicht einmal zumindest versucht zu haben dieses Diplom, welchem Salvatore noch nie grosse Bedeutung zugemessen hatte, zu erlangen, verliess er sein Herkunftsort und entschloss sich nach Basel zu Verwandten mütterlicherseits zu ziehen.

Der Kummer der Eltern wurde noch grösser, als kurze Zeit später das Unternehmen des Vaters Luigi, aufgrund seiner unermüdlichen Ehrlichkeit, zum Bankrott führte. "Ehrlichkeit!" Eine Tugend, die genau in dieser Welt, von welcher sich Salvatore soeben versuchte zu verabschieden, heimtückisch definiert wurde. Zu sehen, wie die Eltern ihrem Sohn folgen müssen, ist in diesem Moment eine bittere Genugtuung.


Nach einigen Jahren in Basel konnten wieder Ruhe und Harmonie in die Familie Mainardi einkehren und die finanziellen Schwierigkeiten gelöst werden. Der dickköpfige Vater aber kehrte dennoch nach Angri zurück. Im Schlepptau seine nicht immer damit einverstandene Ehefrau. In Angri wurden beide über achtzig Jahre alt, auch wenn sie oft wieder von den alten Sorgen heimgesucht wurden.

Salvatore jedoch, dickköpfig wie sein Vater, blieb seiner Überzeugung treu. Dies verhalf ihm zu einem neuen Leben. Auch dank dem ihm entsprechenden schweizerischen Kontext, hatte Salvatore die Ehre, all das sich im zarten Alter Vorgenommene zu realisieren.


Salvatore hat die Schweizer Staatsbürgerschaft erlangt, arbeitet und lebt zusammen mit seiner Ehefrau Pina im Kanton Aargau. Er selbst liebt es, sich als "in Italien geborener Schweizer" zu bezeichnen. Er ist Vater von zwei mittlerweile erwachsenen Kindern, Marco und Angela. Für seine Kinder wünscht er sich, dass sie sich stets mit ihrem gewählten Lebenskontext und mit ihrem Wirken identifizieren können.


Salvatore Mainardi "Der Künstler":

Stark von den Vorgaben der Professoren am Gymnasium beeinflusst, die auf die verschnörkelte bildnerische Darstellung pochten, entwickelt sich Mainardi figurativ. Ihn faszinierten die Werke von Giorgio De Chirico, Salvador Dalì sowie von René Magritte. Diese konnte er nicht nur vor seiner Haustüre in Basel im Museum bewundern sondern auch während seinen ständigen Reisen, die ihn vor allem nach Paris führten, wo auch zahlreiche andere, nicht metaphysische und surrealistische Werke den Beginn einer langen künstlerischen Reise prägten.


Diese künstlerische Findungsreise führte über figurative und abstrakte Perioden, letztendlich zu seinem persönlichen Stil. Ein Stil, der beschreiben soll was ihn umgibt. Eine Wiederholung dessen, was er schon während seiner Kindheit tat, als er mit seinen Händen und Füssen Dinge schuf, die zwar keinen praktischen Nutzen hatten, ihm jedoch trotzdem erlaubten, das zu erzählen, was ihn beschäftigte und er vielleicht auf diese Weise zu ändern versuchte.

Etwas was Salvatore noch heute tut. Aus diesem Grund muss man sich vor Augen führen, dass das Kunstschaffen von Salvatore Mainardi auf seinen persönlichen Erfahrungen stützt. Bevor sich Salvatore als Künstler fühlte, war er ein Mensch, gefangen in einem Umfeld, wo noch heute das menschliche Wesen nicht den Vorrang geniesst. Vor allem nicht für diejenigen, deren Aufgabe es wäre, dafür einstehen zu müssen.


Viele Titel der Mainardi-Werke entstanden Dank dem von Salvatore sehr geliebten Sänger namens "Fabrizio De Andre". Mit Fabrizio teilt sich Salvatore einige Philosophien und dessen Texte fungieren oft als kreativer Denkanstoss.


Die Musik begleitet Salvatore ständig. Während seinen kreativen Phasen sowie als musikalische Untermalung während seinen zahlreichen Performances an den Vernissagen seiner Ausstellungen und mitunter auch an internationalen Kunstevents. Meist erklingen dort Kompositionen der "Pink Floyd".

Bei dieser Art von Musik sind es nicht die Texte sondern vor allem die Emotionen, die durch diese Liedern transportiert werden, die Salvatore inspirieren. Emotionen, die man beim betrachten eines Kunstwerkes spüren sollte ohne sich anstrengen zu müssen indem man krampfhaft versucht den Sinn zu verstehen. In der Kunst sowie vor allem auch im täglichen Leben ist es meist sinnvoller etwas zu spüren als es versuchen zu verstehen.


Salvatore war während seiner künstlerischen Laufbahn stets voller Emotionen mit welchen er auch uns begeistern konnte. Emotionen, welche die unzähligen Events in ganz Europa und in Übersee geprägt haben. In der Tat hat Salvatore nicht nur in den verschiedensten europäischen Galerien, wie zum Beispiel Paris, Berlin, München, Zürich, Basel, Wien, etc. ausstellen dürfen, sondern konnte auch schon an der New Yorker Kunstmesse des "Gervit Convention Center" in Manhattan (1990 und 1991) teilnehmen. Zudem konnten seine Werke auch schon an verschiedenen namhaften europäischen Kunstmessen, wie zum Beispiel an der Art Basel (1981-1984), Montreux, Innsbruck, Salzburg, Reggio Emilia, Arezzo und an der "Paper Art" in Köln bewundert werden.


Aktuell führt Salvatore das von ihm selbst im Jahr 2006 gegründete Kunst-Atelier "mainArt".

Diese Aktivität erlaubt ihm weitreichend und wirkungsvoll in der Kunstszene präsent zu sein. Mitunter auch mit Teilnahmen an diversen von ihm organisierten und propagierten künstlerischen Aktivitäten, an welchen er zahlreichen Künstlern die Möglichkeit gibt, mit ihren Werken auftreten zu können.


Auf diese Weise konnte Salvatore Mainardi seit dem entfernten 1970 in der Galerie "Centrostorico" in Salerno bis zum heutigen Tag unzählige Teilnahmen an den verschiedensten Kunstevents erleben. Diese haben ihm nicht nur ein umfangreiches Curriculum beschert sondern vor allem eine Vielfalt an Emotionen. Auch wenn diese Erlebnisse Salvatore nicht zu etwas speziellem gemacht haben, zumindest haben sie ihm verholfen speziell zu leben!


Die Besinnung auf das "menschliche Dasein"

Herausgegeben von Daniela Malabaila


Wir haben Salvatore Mainardi nach dem Sinn dieses Symbols gefragt. Er sagt uns, wie wir es nennen sollen: "Es ist nicht eine Maske, sondern ein Kopf".

"Vor vielen Jahren, nach einem geselligen Abend und ein paar "Gläschen" zu viel, zog ich mich in mein Atelier in Spreitenbach zurück. Dort griff ich nach einem Block Ton und begann instinktiv ein Gesicht zu modellieren. Ein Gesicht, welches allen oder vielleicht niemandem hätte gleichen können. Als ich am nächsten Tag wieder einen klaren Kopf hatte, wollte ich dieses zufällig entstandene Bildnis nicht zerstören. Ich machte daraus einen Gipsabdruck, welchen ich in eine Ecke meines Ateliers stellte. Vergessen gegangen, blieb dieser dort einige Jahre liegen."


"Im Jahr 2001 zog ich nach Buchs. Beim Umzug fiel mir dieses Gesicht, von welchem ich mir immer noch den Sinn zu erklären versuchte, wieder in die Hände. Den Sinn des menschlichen Daseins, welchen ich beim Schaffen all meiner Kunstwerke (auch wenn es sich oft um surrealistische Werke handelte) immer versucht habe zu finden. Ich sagte mir, wenn man aus einer einzigen Zelle abertausende menschliche Wesen – im Grunde alle gleich, aber trotzdem verschieden – erzeugen kann, so hätte auch ich in der Lage sein können, aus meinem Gipsabdruck unendlich viele Köpfe zu reproduzieren. Eine Vielzahl gleicher, trotzdem für sich verschiedene Köpfe. So konnte ich mich mit meiner ständigen künstlerischen Frage auseinandersetzen – das Warum des menschlichen Daseins."

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